Psychisches Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen im Kontext einer positiven psychischen Gesundheit: Entwicklung und Validierung eines mehrdimensionalen Messinstruments auf Basis internationaler Klassifikationssysteme psychischer Störungen.
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Kruse, F., & Nagel, A. (2025, 27.-29. Januar). Psychisches Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen im Kontext einer positiven psychischen Gesundheit: Entwicklung und Validierung eines mehrdimensionalen Messinstruments auf Basis internationaler Klassifikationssysteme psychischer Störungen [Symposiums-Beitrag]. Symposium „Wohlbefinden und psychische Gesundheit verschiedener Akteure im Bildungsbereich. Messung, Erklärungen, Entwicklungen“ (Kruse, F. (Chair), Nagel, A. (Chair), an der 12. Tagung der Gesellschaft für Empirische Bildungsforschung (GEBF 2025), Mannheim.
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Nagel, Arvid
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Topic PHSG
Gesundheitsbildung
Fields of Science and Technology (OECD)
Psychology (including human - machine relations)
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Theoretischer Hintergrund und Fragestellung Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit der theoretischen Fundierung und empirischen Überprüfung eines mehrdimensionalen Instruments zur Messung des psychischen Wohlbefindens bei Kindern und Jugendlichen. Die Konzeptualisierungen und entsprechend auch die Messungen des Wohlbefindens unterscheiden sich vor diesem Hintergrund stark. So kann etwa im Kindes- und Jugendalter zwischen allgemeinen oder schulbezogenen Aspekten, einer hedonischen, eudaimonischen oder hybriden Perspektive sowie zwischen unidimensionalen und mehrdimensionalen Ansätzen differenziert werden (Hascher, 2004; Hughes & Kendall, 2009; Kern et al., 2016; Scales et al., 2000; Tian et al., 2013). Während kein Konsens über die Definition des subjektiv wahrgenommenen Wohlbefindens existiert, haben Huppert & So (2013) sowie in einer weiteren Ausdifferenzierung Marsh et al. (2020) eine systematische Definition des Wohlbefindens von Erwachsenen als positive psychische Gesundheit auf Basis der internationalen Klassifikationssysteme für psychische Störungen (ICD-10; DSM-5) vorgeschlagen. Ein bedeutsamer Vorteil dieser Vorgehensweise liegt etwa in dem fehlenden Konsensus der Konzeptualisierung des Wohlbefindens, wohingegen die Symptome in den internationalen Klassifikationssystemen einen weitgehenden Konsens über die Zeit aufweisen. Huppert und So (2013) konnten weiterhin zeigen, dass verschiedene Gruppen bei einer Messung der Lebenszufriedenheit ähnlich abschnitten, während die Profile der Dimensionen des Wohlbefindens sehr unterschiedlich ausfielen, während Marsh et al., (2020) zusätzlich auf Probleme hinsichtlich unidimensionaler Modellierungen des Wohlbefindens aus psychometrischer Perspektive hinweisen (z.B. Tennant et al., 2007) – insgesamt die mehrdimensionale Struktur des Wohlbefindens indiziert. Der vorliegende Beitrag untersucht in Anlehnung an die Arbeiten von Huppert & So (2013) und Marsh et al. (2020), ein adaptiertes Instrument zur Messung des psychischen Wohlbefindens von Kindern und Jugendlichen auf Basis einer positiven psychischen Gesundheit. Das Ziel des Beitrags besteht in der Überprüfung der mehrdimensionalen faktoriellen Struktur des Messinstruments mittels unterschiedlicher Modellierungstechniken sowie der Assoziationen mit verwandten Konstrukten. Methodik Der Beitrag kann auf eine Teilstichprobe des ersten Messzeitpunkts der längsschnittlichen DiStressLS-CH Studie zurückgreifen, welche 906 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 14 Jahren der Deutschschweiz umfasst. Die Erhebung der Daten erfolgte zwischen März und Mai 2024 mittels Online-Befragung. Auf Basis einer eingehenden Literaturrecherche wurden 16 Dimensionen der positiven psychischen Gesundheit differenziert und empirisch mittels konfirmatorischer Faktorenanalyse (CFA), exploratorischer Strukturgleichungsmodellierung (ESEM) sowie einer Kombination ebendieser mit einer Bifaktor-Modellierung (B-ESEM) überprüft. Die Analysen erfolgten mittels Mplus und R, wobei der MLR-Schätzer sowie das FIML-Verfahren angewandt wurden. Ergebnisse Die Prüfung der 16-faktoriellen Struktur mittels CFA zeigte eine adäquate Modellanpassung (z.B. RMSEA = 0.03; CFI = 0.95; TLI = 0.94). In einem nächsten Schritt wurden für einen differenzierteren Einblick in die Binnenstruktur der Daten sowie der Realisierung einer realistischeren Modellierung Exploratorische Strukturgleichungsmodelle (ESEM) sowie eine Kombination ebendieser mit Bifaktor-Modellen (B-ESEM) spezifiziert, welche eine exzellente Modellanpassung aufwiesen (z.B. B-ESEM: RMSEA = .02; CFI = .99; TLI = .98). Die Inter-Faktorkorrelationen der einzelnen Subdimensionen liegen allesamt im erwartungskonformen Bereich, gleiches gilt für die relativen und absoluten Zusammenhänge mit den Subdimensionen Depression, Angst und Stress des DASS21-YG (Kruse & Nagel, in preparation). Die Untersuchung der Verbindung mit dem schulbezogenen Wohlbefinden betont weiterhin die Bedeutung desselben für die positive psychische Gesundheit (|β| = .46 - .91). Diskussion Das vorliegende Instrument bietet einen holistischen, theoretisch fundierten Ansatz zur Messung der positiven psychischen Gesundheit bzw. des psychischen Wohlbefindens von Kindern- und Jugendlichen. Starke Argumente für die Konstruktvalidität des betreffenden Instruments können demonstriert werden. Künftige Studien sollten auf weitere Validitätsargumente etwa hinsichtlich Messinvarianztestung oder der Untersuchung komplexerer Wirkungszusammenhänge abzielen. Die deskriptiven Befunde, Zusammenhangsanalysen sowie die Prüfung der faktoriellen Struktur sollen detailliert präsentiert, kritisch reflektiert sowie im Kontext schulbezogener Variablen diskutiert werden.
| Name of the event | Conference Host | Place of the event | Start date of the event | End date of the event |
Symposium „Wohlbefinden und psychische Gesundheit verschiedener Akteure im Bildungsbereich. Messung, Erklärungen, Entwicklungen“ (Kruse, F. (Chair), Nagel, A. (Chair), GEBF 2025 | Universität Mannheim | Mannheim | January 27, 2025 | January 29, 2025 |
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